11.11.2008, LN, TSG orientiert sich in der Liga nach oben

TSG orientiert sich in der Liga nach oben

Von Thomas Machatzke

LÜDENSCHEID o Ihre Schützlinge hatten die eine oder andere Träne kullern lassen, als die Anspannung am Samstagabend um kurz nach Mitternacht von ihnen abfiel. Danach war der vierte Rang ausgelassen gefeiert worden. Cheftrainerin Petra Heiduk dagegen ließ die zweite Deutsche Meisterschaft mit der TSG Lüdenscheid ein wenig ruhiger ausklingen. "Es war ja ein furchtbar langer Tag", gestand sie, "ohne Zeit zum Relaxen - zwischendurch im Hotel haben wir immer noch nachgebessert, Video-Besprechungen gemacht. Für alle war es anstrengend - die Mädchen waren ja bereits um 6 Uhr am Morgen zum Haarestecken auf gewesen."

"Zwei Tage nach den Titelkämpfen im Bremer AWD-Dome standen für Petra Heiduk Analyse und Ausblick im Mittelpunkt. Das Team hat erst einmal für 14 Tage trainingsfrei bekommen - danach soll mit Nachdruck weitergearbeitet werden in Richtung Bundesliga-Start im Januar, der übrigens wieder in Bremen stattfindet, allerdings in Halle 7 des AWD-Domes.

"Die Mannschaft ist tänzerisch auf einem hammerguten Niveau. Ich habe so viel Spaß gehabt auf dem Stuhl. Mir ist das Herz aufgegangen", sagt Heiduk im Rückblick auf die Titelkämpfe, "aber so gute Tänzer sind eben auch schwierig auf Gleichheit abzustimmen. Andere Mannschaften sind formations-technisch besser als wir - auch, weil sie sich auf diese Kriterien reduzieren müssen. Bei uns waren Köpfe und Arme noch nicht immer so konform, wie sie es eigentlich sein sollten."

Dinge, an denen gearbeitet werden soll. Dazu sollen die Einheiten so koordiniert werden, dass das Team möglichst oft komplett zusammen trainiert. Angesichts von Schichtarbeitern, Studenten - Kapitän und Jura-Student Daniel Neubauer reiste noch vor der Feier zurück ins Ruhrgebiet, wo in dieser Woche sein erstes Staatsexamen wartet - und Schülern in der Abitur-Vorbereitung ist das gar nicht so leicht. Das war schon im Vorfeld der Deutschen Meisterschaft so. "Wir haben in exakt dieser Formation ja nur zweimal komplett trainiert", sagt Heiduk, "dafür war die Leistung sensationell. Bei der Musikprobe waren wir richtiggehend fassungslos, so gut war diese Probe."

Für die Saison hofft die Cheftrainerin weiter auf die Rückkehr von Dennis Bald in die Formation, zudem soll noch eine auswärtige Tänzerin das Aufgebot ergänzen. "Der Vorsprung nach unten ist beruhigend", sagt Heiduk, "wir wollen uns in der Saison nach oben orientieren - klare Sache. Und natürlich wollen wir unsere Leistung weiter verbessern, vor allem formations-technisch. Da ist noch viel mehr drin in diesem Team. Ob das dann reicht, um nach oben anzugreifen, das ist eine andere Sache."

Nachbesserungen wünscht sich Petra Heiduk zudem für die Garderobe des Teams. Das neue Outfit wünscht sich die Trainerin ein wenig farbenfroher - sowohl für die Herren als auch für die Damen. Ob Heiduk auch an der Choreographie noch größere Änderungen vornimmt, ist dagegen eher fraglich. "Wir haben vor der Deutschen Meisterschaft zwei Hingucker herausgenommen, um auf Sicherheit zu gehen", erklärt die Krefelderin, "ich glaube auch nicht, dass wir da noch so viel ändern werden." Der Weg nach oben soll mit einigen Verbesserungen im Detail auch so gelingen.


Lüdenscheider Nachrichten, 11.11.2008