10.11.2008, WR, TSG landet mit "Planets" auf dem vierten Platz

TSG landet mit "Planets" auf dem vierten Platz

Von Lutz Großmann Letztes Jahr Sechste, jetzt Vierte - die Lateinformation der TSG Lüdenscheid hat sich bei ihrer zweiten Teilnahme an einer Deutschen Meisterschaft gesteigert und sich beim Favoritensieg von Grün-Gold-Club Bremen A endgültig in der der deutschen Elite etabliert.

Es war für alle ein aufregender Tag, der aber zunächst gar nicht nach dem Geschmack der TSG-Trainer verlief. "Die Stellprobe war beängstigend gut", sagte Bernd Waldschmidt, nachdem sich die Formation am Vormittag erstmals auf der Fläche im riesigen AWD-Dome platziert hatte. Doch diesmal folgte der guten Generalprobe keineswegs eine schlechte Premiere, auch wenn die TSG ind er Vorrunde nicht fehlerfrei durch ihr neues Programm "Planets" kam. Doch auch die sieben Konkurrenten, von denen weitere vier eine neue Choreographie boten, hielten sich noch zurück bzw. offenbarten Schwächen.

In die Zwischenrunde schafften wie bereits 2007 in Bochum sieben Formationen. Nur der nachgerückte Bundesliga-Aufsteiger 1. TC Ludwigsburg konnte mit "Joe Jocker" nicht mithalten und schied aus. Für die TSG Lüdenscheid war damit die erste Hürde genommen und der Abend gerettet. In der über dreistündigen Pause bis zur Zwischenrunde nahmen sich Cheftrainerin Petra Heiduk und Motivationscoach Richard Erning ihre acht Paare aber nochmal zur Brust. In den Katakomben schwor Erning in gewohnt strenger Form und unmissverständlicher Ansprache das Team ein und exerzierte mit ihm die wichtigsten Schritte.

Es sollte helfen, denn in der Zwischenrunde steigerte sich die TSG bei ihrer musikalisch-tänzerischen Reise auf acht Planeten im Universum markant, aber da auch die an der Schnittstelle zum Finale der besten vier Formationen vermuteten Konkurrenten deutlich nachlegten, begann eine echte Zitterpartie - zumindest für die Trainer. Waldschmidt: "Ich hatte irgendwie ein ungutes Gefühl." Doch das sollte ihn diesmal trügen, denn die TSG zog sogar souverän ins Finale ein: Sechs der neun Preisrichter votierten für Lüdenscheid. Neben Bremen A schafften auch GGC Bremen B und das hoch gehandelte TSZ Velbert mit optimalen neun Kreuzen das Finale. TSG Backnang, die FG Aachen-Düsseldorf und TSC Residenz Ludwigsburg blieben auf der Strecke.

Waldschmidt stand die Erleichterung ins Gesicht geschrieben: "Wir sind jetzt gerade in der Weltspitze angekommen, denn die deutsche Spitze ist die Weltspitze!" Der Abend wurde für die TSG also zur Mitternachtsshow. "Habt Spaß", gab Waldschmidt der in schwarz und silber gekleideten Mannschaft mit auf den Weg. Im Finale musste die TSG exakt um 23.13 Uhr als erste auf die Fläche - NDR 3 übertrug live. Eine unsaubere Gerade und ein Fehler bei einer Pirouette, aber ansonsten lieferte die TSG in einem insgesamt hochklassigen Finale losgelöste von jeglichem Druck eine starke Vorstellung ab und landete nach sechs Minuten voller tänzerischer Höhepunkte und 30 Bildwechseln wieder sanft auf der Mutter aller Planeten, der Erde.

Das Votum war fast einstimmig: Acht Wertungsrichter sahen die TSG, nachdem auch Velbert, Bremen B und Bremen A ihre Programme nahezu in Perfektion vorgetragen und die 6000 Fans zu Begeisterungsstürmen hingerissen hatten auf dem berechtigten vierten Rang, Peter Esmann (Saulheim) plädierte sogar für Position drei. Mit neun Einsen wurde Bremen A mit der mitreißenden Choreo "Siamo noi" zum vierten Mal Deutscher Meister. Velbert fährt als DM-Zweiter neben Bundesliga-Sieger Bremen A nun zur Weltmeisterschaft Ende November nach Wien.


Westfälische Rundschau, 10.11.2008