07.11.2008, WR, "Wir wollen ins Viererfinale"

"Wir wollen ins Viererfinale"

Am Donnerstagabbend war das Abschlusstraining, und die Anspannung stand Trainern und Tänzern ins Gesicht geschrieben. Am Samstag gilt es für die A-Lateinformation der TSG Lüdenscheid, wenn um kurz vor 16 Uhr die Vorrunde zur Deutschen Meisterschaft in Bremen der Ernst beginnt.

Das Ziel bei der zweiten DM-Teilnahme ist klar definiert. „Wir wollen ins Viererfinale und dort so hoch wie möglich kommen”, verdeutlicht Cheftrainerin Petra Heiduk, „aber es kann immer etwas schief gegen.” An Titelverteidiger Grün-Gold-Club Bremen A dürfte kein Weg vorbeigehen, und auch TSZ Velbert wird hoch gehandelt. Bremen B bringt erneut „Move”, Aachen und Düsseldorf haben eine Gemeinschaft gebildet, dazu kommen die drei Aufsteiger aus dem Süden. Orientieren muss und kann sich die TSG am ehesten an Bremen B, vielleicht auch an Velbert.

Als mehrfache Welt- und Deutsche Meisterin und fast 30-jähriger Tätigkeit als Formationstrainerin weiß Heiduk, was sie erwartet: „Es wird in Bremen perfekt organisiert sein, und die Formationen mit neuen Programmen werden bei der Ausführung ihrer Choreographie Probleme haben.” Ein Teil der TSG-Mannschaft begibt sich dagegen auf unbekanntes Terrain, ist es für einige doch das DM-Debüt - und vielleicht auch die Fernsehpremiere, denn das Finale in den Sektionen Standard und Latein wird ab 22.30 Uhr im dritten Programm auf N 3 live übertragen. Zu gewöhnen gilt es sich an die Dimensionen der Halle und an die große Tanzfläche. Deshalb sind Musik- und Stellprobe besonders wichtig.

Im letzten Trainingslager wurde an „Planets” nochmal gewerkelt, zum Beispiel der anspruchsvolle Wanderkreis in einen „stehenden” Kreis verwandelt. „Wir wollten das Risiko, den laufenden Kreis nicht komplett schließen zu können, nicht eingehen, aber es ist eine attraktive Änderung”, sagt Heiduk.

Festgelegt wurde auch die Besetzung des achten Paares. Gab es zwischen den Trainern in dieser Frage erst „Stunk” (Heiduk), so einigte man sich auf einen Kompromiss: Die Duos Pascal Ruben/Isabel Slavik und Werner Hartmann/Roberta Leo wurden aufgelöst. In Bremen tanzt nun - trotz erheblicher Längenunterschiede - der WM-erprobte Formationstänzer Ruben mit der blutjungen, aber ausdrucksstarken Leo.

MANNSCHAFT IM PORTRAIT

Björn Wachsmuth Jahrgang: 1983, Beruf: Studen, Hobby: Kochen

Kristina Mertin Jahrgang: 1989, Beruf: Schülerin, Hobby: Reisen.

Christian Bold Jahrgang: 1986, Beruf: Student, Hobby: Kunst.

Duygu Erarslan Jahrgang: 1989, Beruf: Studentin, Hobby: Shopping.

Dennis Diebel Jahrgang: 1983, Beruf: Altenpfleger, Hobby: Essen.

Anna Riger Jahrgang: 1984, Beruf: Tanzlehrerin, Hobby: Schwimmen.

Sergej Esau Jahrgang: 1990, Beruf: Schüler, Hobby: Fitness.

Ekaterina Leonova Jahrgang: 1987, Beruf: Studentin, Hobby: Schlafen.

Paul Lorenz Jahrgang: 1987, Beruf: Student, Hobby: Reisen.

Natascha Wachsmuth Jahrgang: 1984, Beruf: Industriekauffrau, Hobby: Skilauf.

Marten Schumacher Jahrgang: 1985, Beruf: Zahntechniker, Hobby: Reisen.

Daniela Kampmann Jahrgang: 1980, Beruf: Steuerfachangestellte, Hobby: Kino.

Pascal Ruben Jahrgang: 1976, Beruf: Betriebswirt, Hobby: Malen.

Roberta Leo Jahrgang: 1993, Beruf: Schülerin, Hobby: Theater.

Daniel Neubauer Jahrgang: 1981, Beruf: Student, Hobby: Snooker.

Sabrina Leyendecker Jahrgang: 1986, Beruf: Industriekauffrau, Hobby: Lesen.

Werner Hartmann Jahrgang: 1979, Beruf: Elektrotechniker, Hobby: Joggen.

Isabel Slawik Jahrgang: 1986, Beruf: Studentin, Hobby: Malen.

DIE TRAINER

Petra Heiduk entwickelte „Planets”. Die Cheftrainerin ist die kreative Kraft, die hinter dem Erfolg steht.

Bernd Waldschmidt koordiniert die Trainingsarbeit und moniert alles, was ihm auffällt. Er ist ehemaliger Formations-Weltmeister.

Dirk und Alla Bastert sind für das Techniktraining verantwortlich. Sie sind mehrfache deutsche Profimeister über zehn Tänze.

Richard Erning ist für die Ausführung der Choreographie verantwortlich und motiviert die Mannschaft.

DAS PROGRAMM PLANETS: Eine Reise in unser Sonnensystem

Im internationalen Jahr des Planeten Erde nimmt die TSG-Formation die Zuschauer und Wertungsrichter mit auf eine Reise in unser Sonnensystem.

Das Thema verbindet sowohl mystische Elemente als auch moderne musikalische Titel miteinander, und die acht Planeten spielen dabei die zentrale Rolle.

Die Reise beginnt beim geflügelten Boten Merkur, führt über die Friedensbringerin Venus, den Kriegsbringer Mars, und den Bringer der Fröhlichkeit, Jupiter, bis hin zum Bringer der Alters, Saturn, dem Mystiker Neptun und dem Magier Uranus. Der Streifzug durch die Galaxis endet - natürlich - bei der Erde, der Mutter des Lebens. Die dazu entwickelte Choreographie legt nur nicht nur Wert auf lateinamerikanisches Tanzen, sondern ist auch technisch sehr anspruchsvoll. Insgesamt beinhaltet „Planets” alle anspruchsvollen und dem Wettkampfniveau einer Deutschen Meisterschaft entsprechenden Bilder mit 30 Bildwechseln.


Westfälische Rundschau, 07.11.2008