06.11.2008, WR, Grün-Gold Bremen das Maß aller Dinge

Grün-Gold Bremen das Maß aller Dinge

Sie sind seit Jahren - neben der TSG Bremerhaven, die sich in die 2. Liga zurückgezogen hat - das Nonplusultra nicht nur in der deutschen Lateintanzsportszene.

Die A-Formation des Grün-Gold-Clubs Bremen hat in den letzten Jahren alles gewonnen, was man gewinnen kann und ist auch bei der Deutschen Meisterschaft, zumal vor eigenem Publikum, erster Anwärter auf Platz eins.

Als einzige der acht DM-Formationen machte GGC Bremen A bis vor kurzem ein großes Geheimnis aus der neuen Choreographie. Eine öffentliche Vorabpräsentation gab es erst vor wenigen Tagen. 500 Zuschauer in Norden waren begeistert von "Siamo Noi" ("Das sind wir"), dem Nachfolger des Erfolgsprogramms "Rocky", von allen Konkurrenten als das stärkste der letzten Saison geadelt. Ab der zweiten Minute gab es stehende Ovationen. "Es ist das totale Kontrastprogramm zu Rocky", erläutert Trainer Roberto Albanese, "eine Mischung aus klassischer und Pop-Musik." In einem Münchener Musikstudio wurden Klänge von Mozart, Puccini sowie der italienischen Popsängerin Laura Pausini auf beeindruckend-kreative Form gemischt. Zu diesem Musikmix wurde eine Choreographie mit 46 Bildern in 21 Tanzwechseln einstudiert. "Die ist nicht minder schwieriger als Rocky", sagt Albanese, der für seine außergewöhnlichen Details bekannt ist und wieder seine ganz persönlichen Vorlieben hat einfließen lassen.

Obwohl der Dauerkonkurrent aus Bremerhaven weggebrochen ist, schaltete der Titelverteidiger und Weltmeister keinesfalls einen Gang zurück, weiß man im Bremer Lager doch um die nachrückende Konkurrenz vor allem aus Velbert. "Wir haben so hart trainiert wie nie zuvor, denn unsere Leistung muss mindestens an die von Rocky anknüpfen", so Albanese, der seine Formation angesichts der letzten Erfolge und damit verbundener großer Erwartungen nicht an der langen Leine ließ: "Eigentlich müssen wir noch besser werden."

Das Publikum im Rücken, eine ebenso rasante wie hochwertige Choreographie, ein exzellenter und extrovertierter Trainer, eine neidsch machende Basis von sieben (!) Liga-Formationen, technisch ausgereifte Tänzerinnen und Tänzer und ein nachwievor hoher Motivationsgrad - wer am Samstag die Bremer A-Formation besiegen will, der muss auf deren Fehler hoffen und selbst über sich hinauswachsen.

Aber - der Deutsche Meister 2008 kann eigentlich nur Grün-Gold-Club Bremen A heißen.


Westfälische Rundschau, 06.11.2008