05.11.2008, WR, Velbert will für Bremerhaven in Bresche springen

Velbert will für Bremerhaven in Bresche springen

WR-Serie: Die Gegner der TSG Lüdenscheid bei der Deutschen Meisterschaft in Bremen

Von Lutz Großmann

Gleich drei Aufsteiger aus dem Süden, die neue Tanzgemeinschaft Aachen/Düsseldorf, die A- und B-Mannschaften von Grün-Gold-Club Bremen sowie das Tanz-Sport-Zentrum Velbert - die TSG Lüdenscheid hat es am Samstag in Bremen mit sieben unterschiedlich starken Gegnern zu tun.

In einer Serie stellt die WR-Sportredaktion die Konkurrenten vor, beginnend mit den Rivalen aus NRW, dem TSZ Velbert und der FG Aachen-Düsseldorf.

Das Tanz-Sport-Zentrum (TSZ) Velbert gilt nach dem Rückzug der TSG Bremerhaven hinter dem Favoriten GGC Bremen A als erster Anwärter auf Platz zwei und die damit verbundene Qualifkation für die Weltmeisterschaft

"Fortis Nova" ("Neue Stärke") heißt das neue, spektakuläre Programm, das eine Kampfansage an Bremen sein soll. Als sich der Vorhang in der proppenvollen Nevigeser Sporthalle hob, kreischte das Publikum: Die Damen tanzen zwar in schlichtem Schwarz, doch es wurde eindeutig an Stoff gespart. Dafür leuchten die Herren in kräftigem Rot. Im Tanzsport ist dieser Farbentausch zwischen Mann und Frau ungewöhnlich. Beim Einmarsch bilden die Herren für Sebastian Schwind ein Katapult, das ihn nach oben schießt. Rasend schnell ziehen die Velberter ihr Programm durch.

Aus den Boxen schallen Toto und Aerosmith, während die acht Paare 15-Mal die Tänze wechseln. Vier Trainer haben an der Choreographie gefeilt: Cheftrainerin Astrid Kallrath wird unterstützt vom ehemaligen Coach der inzwischen aufgelösten Formation Blau-Gelb Bremen, Oliver Tienken, Markus Sonyi und Frank Schmidt. Vier Experten - eine Choreographie - das macht sich erst recht an den Schwierigkeiten bemerkbar, mit der die sechs Minuten gespickt sind. Der doppelte Wind ist dabei, von den Bodenpirouetten geht es ins Roundabout - ein Programm voller Höhepunkte. Doch das ist auch nötig, wenn sich das TSZ Velbert in Bremen auf Position zwei schieben bzw. den Titelverteidiger angreifen will. Kallrath aber weiß: "Wir bekommen nichts geschenkt. Es gibt sieben Konkurrenten."

Neue Formations-Gemeinschaft peilt Platz vier an

Sportlich war der mehrfache Weltmeister TSZ Aachen als Siebter abgestiegen, doch die Rettung kam schnell und aus der Nähe. Im Juni schlossen sich der TD TSC Düsseldorf Rot-Weiß, gemeinsam mit der TSG Lüdenscheid Fünfter der letzten Bundesliga-Saison, und das TSZ Aachen zur Formationsgemeinschaft Aachen-Düsseldorf zusammen. Cheftrainer ist der Berliner Oliver Seefeldt, der Aachen in den vergangenen beiden Saisons betreute. Unterstützt wird er von Patrick van Tetering und Anna-Karina Mosemann.

"Wir wollen nicht die Position des vergangenen Jahres einnehmen, sondern peilen Platz vier an", sagt Seefeldt: "Ich bin zuversichtlich. Die Mannschaft hat sich weiterentwickelt." Zum Aachener Stamm kamen Tänzer aus Düsseldorf, Neuss und den Niederlanden. Mit seiner Tanzpartnerin Anna-Karina Mosemann hat der Berliner die neue Choreographie "Mambo kings" ausgearbeitet. "Ich brauche eine Frau dazu", grinst Seefeldt, der auch für die edlen Kostüme verantwortlich zeichnet. "Diesmal haben wir typisch lateinamerikanische Musik gewählt, die aus einem Film stammt", sagt Seefeldt, der die Choreographie als "sehr tänzerisch, schnell und interessant" charakterisiert. "Unsere neue Choreographie hat sich in die tänzerische Richtung weiterentwickelt. Wir tanzen zwar immer noch ein ziemliches Tempo, aber das Ganze ist geschlossener, weil wir bei den Bildern nicht so weite Strecken zurücklegen."

Und: "Die DM wird spannend, weil es viele Unbekannte gibt, aber Platz vier ist ein realistisches Ziel."


Westfälische Rundschau, 05.11.2008