31.10.2008, LN, Der Süden stellt drei neue Konkurrenten für TSG

Der Süden stellt drei neue Konkurrenten für TSG

Von Thomas Machatzke

KREISGEBIET o Wenn am 8. November im Bremer AWD-Dome der Deutsche Meister der Latein-Formationen gekürt wird, dann führt wohl kein Weg vorbei am Welt- und Europameister Grün-Gold-Club Bremen A. Spannender als die Titelfrage ist indes, was sich nach dem Bremerhavener Rückzug auf den nächsten Plätzen tun wird. Die Lokalzeitung stellt in den nächsten Ausgaben die sieben Gegner der TSG Lüdenscheid vor.

Bei den Titelkämpfen im Norden der Republik wird sich der Süden nach einem Jahr Erstliga-Abstinenz mit gleich drei Vertretern zurückmelden. Der TC Residenz Ludwigsburg, die TSG Backnang und als Nachrücker für Bremerhaven zudem der 1. TC Ludwigsburg sind neu in der Eliteliga, die in der vergangenen Saison nur aus West- und Nordvereinen bestand.

Ein Jahr nach dem Abstieg aus der Bel-Etage hat der TC Residenz Ludwigsburg als Zweitliga-Meister souverän die direkte Rückkehr geschafft. Und das Team von Trainer Peter del Fabro, der gleichzeitig Vorsitzender des Vereins ist, hat sich eine Menge vorgenommen für die neue Saison. "Die Erwartungshaltung ist sehr hoch - auch durch die neue Situation in der 1. Bundesliga", sagt del Fabro, "unser Ziel ist das Große Finale. Wir wollen unter die ersten Vier. Das muss in diesem Jahr möglich sein."

Del Fabro baut dabei auf Bewährtes. Das Aufstiegsteam ist beisammen geblieben und mit einem starken Einzelpaar aus Ludwigsburg aufgewertet worden. Getanzt wird die Meister-Choreographie "Love beats". "Wir haben eine sehr starke Konkurrenz-Situation im Süden", sagt del Fabro, "das hat uns letztlich auch so stark gemacht."

Am letzten Wettkampftag der 2. Bundesliga mussten sich die Ludwigsburger derweil in Ludwigsburg geschlagen geben. Die TSG Backnang siegte in der Höhle des Löwen und feierte als Vizemeister den ersten Aufstieg in die 1. Bundesliga in der Vereinsgeschichte. Zoran Jovanovic, 1. Vorsitzender der TSG, freut sich auf die neue Klasse. "Für uns ist aber die Deutsche Meisterschaft nicht das Wichtigste", sagt er, "in der Liga geht es darum, die Klasse zu halten. Das ist unser Ziel: der Ligaerhalt."

Für dieses Ziel hat die TSG Backnang den Kader verstärkt, mit Rolandas Trembo einen neuen Technik-Trainer engagiert und zudem einen Physiotherapeuten, der im Sommer mit der Mannschaft ein spezielles Fitnessprogramm durchgezogen hat.

"Und in der Choreographie haben wir noch einmal an allen Schrauben gedreht", sagt Jovanovic. "Carlos Santana" heißt das Thema der TSG, wie beim Aufstieg. Aber das Tempo soll höher sein, die Bilder und Schritte wurden nachgebessert, auch die Musik. Der Architekt des Erfolges in Backnang ist Fikret Bilge. Der Trainer geht bei der TSG ins vierte Jahr. In seinem ersten Jahr feierte er mit dem Rekord von 25 Einser-Wertungen in fünf Saisonturnieren den Aufstieg von der Regionalliga in die 2. Bundesliga, wurde dort direkt Vierter und schaffte ein Jahr danach den nächsten Schritt nach oben. Bilge und Backnang - das passt gut zusammen. "Wir sind eigentlich ganz zuversichtlich", sagt Jovanovic und freut sich auf die DM-Premiere

Der 1. TC Ludwigsburg hat das gleiche Ziel wie die TSG. Der Klassenerhalt soll es sein. Doch nicht nur. "Bei der Deutschen Meisterschaft am 8. November in Bremen, möchte man mit einer neuen, sehr ausdrucksstarken und tänzerisch reiferen Choreografie, wieder die Nummer 1 im Süden werden", schreibt der Verein auf seiner Homepage. Um dieses hohe Ziel zu schaffen, hat der Klub mit Rainer Schönamsgruber einen ganz erfahrenen Formationstrainer mit ins Boot geholt. Schönamsgruber soll für den letzten Feinschliff sorgen, arbeitet im Team mit der mehrfachen Deutschen Vizemeisterin Marlene Schlögl, die für die Technik zuständig ist, und Chef-Choreograph Markus Fauser.

Für den Nachrücker, der erst im Sommer vom Aufstieg erfuhr, wird es natürlich nicht leicht. Nominell ist der 1. TC Ludwigsburg erst einmal die Nummer acht im Feld. "Eigentlich", sagt Peter del Fabro vom Stadtrivalen Residenz, "wird es für den 1. TC noch nicht langen, auf die Angriffsposition zu gehen." Dieses Urteil würde der dritte Südvertreter natürlich am liebsten schon am nächsten Samstag in Bremen widerlegen. Der 1. TC wird dabei auf einen stimmgewaltigen Anhang zählen können - der Verein ist der einzige, der sowohl in der Sparte Latein als auch in der Sparte Standard in Bremen ein Team stellt. Und die Standard-Formation ist nicht irgendeine - sie reist im AWD-Dome als Titelverteidiger und frisch gebackener EM-Dritter an.


Lüdenscheider Nachrichten, 31.10.2008