22.10.2008, WK, Auf Rocky folgen Mozart und Puccini

Auf Rocky folgen Mozart und Puccini

BREMEN o Das Geheimnis wurde gestern endlich gelüftet. Stand in den vergangenen zwei Jahren "Rocky" im Mittelpunkt der Choreographie, sind es jetzt die Tänzer und Tänzerinnen selbst. "Siamo noi" - "Das sind wir" lautet die neue Choreographie der Lateinformation des Grün-Gold-Clubs Bremen. Die Premiere findet am 8. November im AWD-Dome statt, wenn die Latein- und Standardformationen ihre deutschen Meister ermitteln.

"Es ist das totale Kontrastprogramm zu Rocky", erläutert Trainer Roberto Albanese, "es ist eine Mischung aus klassischer und Popmusik." So wurden im Münchner Musikstudio von Benny Gebauer Klänge von Mozart, Puccini sowie der italienischen Pop-Sängerin Laura Pausini auf beeindruckend kreative Weise zusammengestellt. Zu diesem außergewöhnlichen Musikmix ist eine neue, so Albanese, nicht minder schwierige Choreographie mit 46 Bildern in 21 Tanzwechseln entstanden. Denn auch wenn der Dauerkonkurrent aus Bremerhaven nicht mehr am Start ist, steht für den Bremer Coach fest: "Wir trainieren so hart wie nie zuvor. Unsere Leistung muss mindestens an die von Rocky anknüpfen." Roberto Albanese lässt auch in der neuen Saison in seinem Engagement nicht nach, tänzerische Höchstschwierigkeiten in einer stimmungsvollen und gleichzeitig rasanten Choreographie zu verbinden. "Das können wir auch gar nicht", glaubt der Bremer Trainer, "die Erwartungen an uns sind hoch. Schließlich haben

wir mit Rocky alle großen Titel gewonnen. Da sind alle nur noch mehr gespannt, was jetzt kommt. Und deshalb müssen wir eigentlich noch besser sein."

Druck verspürt auch die Lateinformation aus Velbert. Im vergangenen Jahr hinter der TSG Bremerhaven noch Dritter, hofft man nun, den Sprung auf Platz zwei zu schaffen. Davon wollte Velberts Co-Trainer Oliver Tienken gestern in Bremen zwar nichts wissen ("Wir müssen uns darauf konzentrieren, eine gute Leistung abzuliefern und nicht auf Platzierungen zu schielen"), aber der ehemalige Trainer der Bremer Blau-Gelb-Formation gab zu, "einen gewissen Druck wahrzunehmen."

Er selbst freut sich besonders auf die Meisterschaft am 8. November in Bremen. Der Hintergrund: Oliver Tienken wird nach acht Jahren Pause wieder selbst in der Formation tanzen. "Wir haben lange überlegt, ob das funktioniert. Schließlich bin ich ja auch noch Trainer. Aber alle Bedenken waren schnell ausgeräumt", betonte der ehemalige RTL-Superstar.

Einen Schritt in die vorderen Platzierungen erhofft sich auch Petra Heiduk, Trainerin der TSG Lüdenscheid. "Wir haben einige neue, sehr starke Tänzer und Tänzerinnen in unserer Formation, und ich hoffe, dass wir dann mit unserer neuen Choreographie Planets die Wertungsrichter erobern können." Als direkte Konkurrenz zum Bremer Titelverteidiger sieht die erfahrene Formationstrainerin ihre Mannschaft "noch nicht", aber ein enges Duell mit dem B-Team des Bremer Grün-Gold-Clubs kommt für Petra Heiduk schon in Betracht.

Allerdings trifft Lüdenscheid auf eine hochmotivierte Mannschaft, die vor heimischem Publikum mit ihrer Choreographie "Move" unter Beweis stellen will, dass sie zu Recht in der ersten Liga tanzt. "Wir haben ein tolles Team", sagt Trainerin Uta Albanese, "und wir werden alles daran setzen, eine exzellente Leistung abzuliefern." Und dass das B-Team kein "Underdog" mehr ist, beweist unter anderem die Tatsache, dass die Mannschaft zum sechsten Mal für eine Deutsche Meisterschaft qualifiziert ist.


Weser Kurier, 22.10.2008