09.10.2008, WR, Pausenloses Schwitzen für den Erfolg

Pausenloses Schwitzen für den Erfolg

Von Lutz Großmann

Ihren Argusaugen entging nichts, und "am Boden" entdeckte auch Motivationstrainer Richard Erning jede noch so kleine Unsauberkeit bei den Durchgängen, die die Formation ungezählte Male tanzen musste. Hier ein Schrittfehler, da ein herunterhängender Arm, hier ein müdes statt ein strahlendes Lächeln, da eine schwache Synchronität - Trainingslager war angesagt, drei Tage lang und vier Wochen vor dem ersten großen Höhepunkt der Saison, den Deutschen Meisterschaften am 8. November in Bremen. Dort will die TSG im zweiten Erstliga-Jahr ins Finale kommen und etablierten Formationen wie Grün-Gold-Club Bremen B oder dem TSZ Velbert auf die Pelle rücken. "Dieses Ziel vertreten wir selbstbewusst auch nach außen", sagt zweiter Vorsitzender Hans-Jürgen Berndt.

Um genau dies zu verwirklichen, dient das erste von zwei Trainingslagern im DM-Vorfeld. In Bergisch-Gladbach rann in über 30 (!) Trainingsstunden der Schweiß. Und gleich am ersten Tag legte die geschundene Formation freiwillig nach, obwohl Heiduk den Trainingsfreitag eigentlich schon beendet hatte: Sie wollte und durfte noch mehrfach den gerade erst und selbst kreierten Einmarsch, die 60-Sekunden-Sequenz vor dem eigentlichen Wertungsprogramm, üben, weil sie einfach Spaß daran hatte.

Obwohl nicht nur Schweiß, sondern am Samstag auch die eine oder andere Frustrationsträne floss, zog Heiduk ein überaus positives Fazit des Intensivkurses: "Wir sind zum jetzigen Zeitpunkt viel weiter als vor einem Jahr. Ein Trainingslager ist deshalb wichtig, weil sich alle auf das Wesentliche fokussieren." Und in dieser Saison erhält es das Prädikat "besonders wertvoll", weil mit "Planets" eine im Vergleich zu "Rock" noch viel hochkarätigere Choreographie einstudiert werden muss. Probleme bereitet noch das "superschwierige" (O-Ton Heiduk) Roundabout. Es wurde deshalb bei den meisten Durchgängen gestrichen, "weil das Risiko einfach zu groß ist." Heiduk überlegt sogar, es abzuschwächen, falls es nicht optimal funktioniert.

Vom Stammteam fehlten nur Dennis Diebel, dessen Verbleib in der Formation inzwischen wieder sicher ist, und Neuzugang Christina Mertin. Mit Roberta Leo und Sergej Esau waren die beiden weiteren "Neuen" dabei, und auch der ausdrucksstärkste Tänzer war in seinem Element: Paul Lorenz kehrte rechtzeitig aus Russland zurück und hatte sogar noch einen Überraschungsgast dabei: Ekaterina Leonova ist neben Lorenz, Litau und Anna Riger der vierte russische Part in der TSG-Formation. Sie ist die künftige Partnerin von Lorenz im Einzel und füllt damit die einzige noch vakante Lücke in der 16-er-Mannschaft.


Westfälische Rundschau, 09.10.2008