24.09.2008, WR, Auf "Planeten" ins Finale schweben

Auf "Planeten" ins Finale schweben

Von Lutz Großmann

Hohe Ansprüche hat Petra Heiduk schon immer gehabt, und so legt sie auch die Messlatte für die neue Lateintanzsaison als Cheftrainerin der A-Formation der TSG Lüdenscheid ganz hoch.

"Wir haben das Ziel, die Endrunde zu erreichen", sagt die Krefelderin im Brustton der Überzeugung und mit Blick auf die Deutschen Meisterschaften am 8. November in Bremen. Finale - dies würde mindestens Rang vier bedeuten und wäre auch ein wichtiges Signal für die Bundesliga-Saison 2009. Die TSG strebt nach Höherem: Mit neuem Programm, mit teils neuer Mannschaft, mit einem noch professionelleren Umfeld und in einer möglicherweise etwas schwächeren Liga.

"Planets" heißt die neue Choreographie (WR berichtete). "Eine typische Heiduk-Musik", meint Co-Trainer Bernd Waldschmidt, der auch neue Elemente einbrachte. Unterm Strich steht ein im Vergleich zu "Rock" schwierigeres Programm. "Tänzerisch geht es raketenartig nach oben", bleibt Heiduk quasi im Bild. Die Techniktrainer Dirk und Alla Bastert bauten viele anspruchsvolle Elemente ein. Waldschmidt glaubt, "dass wir zumindest in zwei der vier Wertungsgebiete mehr Punkte bekommen müssten." Auf dem Parkett soll dies ein Team umsetzen, deren Qualität sich ebenfalls verbessert hat. Die Neuzugänge Kristina Mertin ("Unser bestes Mädchen") und Sergej Esau tanzen in der höchsten deutschen Einzelklasse. Ebenfalls auf Empfehlung von Dirk Bastert tanzt Roberta Leo (Hagen) für die TSG. Bei den Herren ist alles im grünen Bereich ist, weil der Ersatzmann der Vorsaison, Pascal Ruben, weitermacht und Heiduk auch mit den unverzichtbaren Dennis Diebel und Paul Lorenz rechnet. "Es fehlt uns noch ein erfahrenes Mädchen", klagt sie. Bei der Suche sind die Ansprüche gestiegen: "Wir sind so gut geworden, dass wir nicht jede nehmen." Und Motivationstrainer Richard Erning schmunzelt: "Früher haben wir aus Blinden Einäugige gemacht, jetzt machen wir aus Einäugigen Zweiäugige."

Die komplett Sehenden werden von ihm, der auf jedes Detail mit Argusaugen achtet, im laufenden Training gleich wieder auf Kurs gebracht. Aber wenn sogar Dauerkritiker Erning sagt, "dass sich die Mannschaft bereits toll weiterentwickelt hat", dann ist von der neuen TSG-A-Formation sehr viel zu erwarten. Ganz im Sinne Petra Heiduks.

HINTERGRUND

- Nicht nur in der A-Formation, sondern auch drumherum hat sich bei der TSG Lüdenscheid wieder etwas Neues getan.

- So fungiert mit Harald Keutmann eine Koryphäe auf diesem Gebiet als neuer Physiotherapeut der Mannschaft.

- Der Aachener ist ein langjähriger Wegbegleiter von Cheftrainerin Petra Heiduk zu gemeinsam Zeiten beim TSZ Aachen.

- Keutmann brachte zwischen 1993 und 2003 die jeweiligen A-Formationen aus der Grenzstadt so in Form, dass diese dreimal Weltmeister, einmal Europameister und dreimal Deutsche Meister wurden.

- Zudem betreute er in Ungarn eine Formation, mit der siebenfacher ungarischer Titelträger wurde.

- Neben der TSG Lüdenscheid kümmert sich Keutmann in der neuen Saison auch um die beste Lateinformation Österreichs aus Zwölfaxing.

- Die physiotherepeutische Betreuung der TSG A-Mannschaft wird damit noch professioneller. Keutmann wird u.a. regelmäßige Fortschrittskontrollen durchführen.


Westfälische Rundschau, 24.09.2008