23.09.2008, LN, Keutmanns Handschrift

Keutmanns Handschrift

TANZEN, 1. BUNDESLIGA LATEIN Vor den Deutschen Meisterschaften am 8. November - absolviert die TSG Lüdenscheid noch zwei Trainingslager. Fortschritte im Fitness-Bereich

LÜDENSCHEID o Als am Sonntagmorgen der erste Durchgang des neuen Themas "Planets" aufs Parkett der Halle Schöneck gebracht wird, sind die Tänzerinnen und Tänzer nicht nur gut aufgewärmt. Sie sehen bereits ein wenig geschafft aus - das neue Aufwärm-/Konditionsprogramm hat es wieder in sich gehabt.
Dafür hat die TSG Lüdenscheid Harald Keutmann ja auch verpflichtet. Der neue Physiotherapeut ist ein Reisender in Sachen Tanzsport. In Ungarn hat er den siebenmaligen ungarischen Meister trainiert und betreut, in Österreich die Formation des HSV Zwölfaxing, fünffacher Meister in Österreich. Und in Aachen hat Keutmann, der eine Praxis in Würselen betreibt, gemeinsam mit Petra Heiduk drei Weltmeisterschaften und viele weitere Titel gefeiert. Nun ist er in Lüdenscheid angekommen. Mit klarem Ziel: Das Team soll noch fitter gemacht werden als zuletzt."Die Mannschaft hat sich da schon sehr weiterentwickelt", sagt Trainer Bernd Waldschmidt, der selbst am Anfang einmal beim Konditionstraining mitgemacht hat und beeindruckt war. Keutmann hat den Fitnesszustand erfasst, hat "Hausaufgaben" verteilt und zieht nun eine Fortschrittskontrolle durch. Es ist eine der Stellschrauben, an denen der Latein-Bundesligist dreht, um im Kampf mit der Konkurrenz weiter Boden gut zu machen.

"Ich bin ganz fest davon überzeugt, dass das Team deutlich stärker ist als im vergangenen Jahr", sagt Hans-Jürgen Berndt, 2. Vorsitzender der TSG, als er am Sonntagmorgen die Probedurchgänge der neuen, plakativen Choreographie anschaut. Das Gesamtpaket sieht auch Bernd Waldschmidt weit vorne. "In zwei Wertungsgebieten haben wir uns deutlich verbessert", sagt Waldschmidt und zielt damit nach der Verpflichtung der S-Klasse-Tänzer Sergej Esau und Christina Mertin (wir berichteten) vor allem auf die tänzerische Klasse ab, "jetzt muss nur noch die Choreographie formations-technisch sauber abgearbeitet werden." Gerade in diesem Punkt mag das Team zwar vor gut zwölf Monaten beim bekannten Rock-Thema schon ein wenig weiter gewesen sein, wie Waldschmidt gesteht, doch das sieht er gelassen. "Die Mannschaft ist auch erfahrener geworden, tänzerisch gereift", sagt er, "entscheidend sind dabei jetzt ohnehin die letzten zwei, drei Wochen der Vorbereitung."

Vor der Deutschen Meisterschaft am 8. November warten noch zwei Trainingslager auf den Kader von Cheftrainerin Petra Heiduk. Vom 3. bis zum 5. Oktober ist die TSG in der Sportschule in Bergisch Gladbach zu Gast - erstmals übrigens. Eine Woche vor den Deutschen Meisterschaften findet ein weiteres Trainingslager in Lüdenscheid statt. Nicht so günstig in diesem Zusammenhang ist, dass Paul Lorenz gerade an diesem Wochenende die Deutsche Paartanz-Meisterschaft Standard tanzt. "Bei den Jungen haben wir da ein paar Probleme, weil vier von ihnen zeitlich sehr eingespannt sind", klagt Petra Heiduk. Unter anderem auch Dennis Diebel, der seit Samstag wieder zur Mannschaft gehört, aber aufgrund seines Drei-Schicht-Dienstes in der Altenpflege nur unregelmäßig trainieren kann.

Es sind die normalen Unwägbarkeiten auf dem Weg zu den Titelkämpfen. Unwägbarkeiten, die nicht als Ausrede dienen sollen. "Platz vier und höher ist machbar", sagt Trainer Richard Erning am Sonntagmorgen zwischen zwei Durchgängen, "und die Mannschaft ist sich der Verantwortung auch bewusst. Wir müssen jetzt sehen, wie sie mit dieser Verantwortung umgeht." o TM


Lüdenscheider Nachrichten, 23.09.2008