14.10.2003 "Colours": Farbenfroh in die 2. Bundesliga?

"Colours": Farbenfroh in die 2. Bundesliga?

Tanzen: Neu formierte Latein-Formation der TSG Lüdenscheid arbeitet akribisch für den Aufstieg. Neues Thema. Bundestrainer gestern zu Gast

LÜDENSCHEID o Die Enttäuschung nach dem Scheitern in der Relegation zur 2. Bundesliga ist Geschichte: Die Tänzerinnen und Tänzer der A-Formation der TSG Lüdenscheid haben die bitteren Stunden von Wesel abgehakt. Inzwischen wird akribisch daran gearbeitet, dass das zuletzt Verpasste schnellstens nachgeholt wird: Die Latein-Formation aus der Bergstadt will in die 2. Bundesliga. Ohne Wenn und Aber. Und dafür trainieren die Aktiven härter als je zuvor: drei bis viermal die Woche. Und der Verein hat mit einigen Anstrengungen Rahmenbedingungen geschaffen, die das Unternehmen Aufstieg zumindest begünstigen sollten.

Gestern Abend zum Beispiel war mit Oliver Wessel-Therhorn der Bundestrainer zu Gast in der Bergstadt. Nach seinem Ausstieg aus der aktiven Vereinsarbeit in Düsseldorf und dem Aufrücken ins höchste Traineramt der Tanznation hat es sich Wessel-Therhorn auf die Fahne geschrieben, Vereinen zumindest punktuell mit seinem Wissen zu helfen. "Als freischaffender Reisender", wie er gestern betonte. Sein Kontakt nach Lüdenscheid ist über Bernd Waldschmidt zu Stande gekommen. Waldschmidt trainierte früher selbst unter Wessel-Therhorn - der gute Draht ist nie ganz abgerissen. Ein Glücksfall für die TSG.

Wessel-Therhorn wird dem neuen Thema der TSG-Auftritte gemeinsam mit Bernd Waldschmidt seinen Stempel aufdrücken. "Colours" heißt es, und es wird derzeit mit viel Mühe erarbeitet. "Eine moderne Collage, die den Geschmack der jugendlichen Aktiven, aber auch den Geschmack der älteren Wertungsrichter treffen soll", stellt sich Bernd Waldschmidt mit der neuen Musik vor.

Waldschmidt freut sich über die Hilfe des Bundestrainers und sagt: "Im Moment gibt es keinen besseren Trainer. Also nutzen wird sein Know-how natürlich gerne." Vorgestellt werden die neue Choreographie und die neue Musik am 17. Januar im Kulturhaus - dann feiert die TSG ihren zehnten Geburtstag. Eine Woche später beginnt in Greven die Regionalliga-Saison.

Wessel-Therhorn ist dieser Tage längst nicht der einzige hochkarätige Gast, den die TSG zum Training in die Bergstadt holt. Am Donnerstag vergangener Woche probte die Formation gemeinsam mit Dirk und Alla Bastert. Das Tanz-Duo aus Düsseldorf hatte am Wochenende zuvor gerade frisch den Deutschen Meistertitel über zehn Tänze verteidigt. Als Techniktrainer können die beiden den Lüdenscheidern wichtige Ratschläge geben. Die beiden sollen die Formation technisch weiter nach vorne bringen.

Das dürfte auch notwendig sein, wenn das große Ziel 2. Bundesliga schon im nächsten Jahr erreicht werden soll, denn aus der Regionalliga-Meisterformation haben fünf Damen und drei Herren aufgehört. Im Damenbereich ist der Kader aus der B-Formation aufgestockt worden. Bei den Herren sind drei auswärtige Tänzer dazu gekommen.

Die neue Formation muss nun zusammenwachsen. Viel Arbeit bis zum Saisonstart. Viel Schweiß wird in so mancher Trainingsstunde vergossen werden - doch für das große Ziel 2. Bundesliga quälen sich die Tänzerinnen und Tänzer gerne. Wesel ist abgehakt, aber irgendwo ist die Erinnerung noch in den Hinterköpfen. Ein zweites Wesel möchte im nächsten Jahr kein TSG-Tänzer erleben...


Lüdenscheider Nachrichten, 14.10.2003