10.10.2003 Profi-Duo vermittelt TSG-Formation den Feinschliff

Profi-Duo vermittelt TSG-Formation den Feinschliff


Und immer schön lächeln! Alla und
Dirk Bastert geben sich beim TSG-
Training als echte Profis. (WR-Bild:
Großmann)

Der Schweiß rinnt, die Pausen sind kurz, die Konzentration hoch, und trotzdem scheint es allen richtig Spaß zu machen - mit einem Training, das professionellen Anstrich hat, bereitet sich die A-Lateinformation der Tanz-Sport-Gemeinschaft Lüdenscheid auf die im Januar beginnende Regionalliga-Saison 2004 vor.

Die soll mit dem Aufstieg in die 2. Liga gekrönt werden - ein Ziel, das die Mannschaft in diesem Jahr hauchdünn verpasste.

 

Und diejenigen, die das Team mit neuem Programm zusammen mit Cheftrainer Bernd Waldschmidt und dem für die Bilder auf der Tanzfläche zuständigen Jörg Heinen in die Zweitklassigkeit führen sollen, sind Profis aus dem Bilderbuch: Dirk und Alla Bastert verteidigten am Wochenende in Chemnitz ihren Deutschen Meistertitel in der Disziplin zehn Tänze.

Dirk Bastert (33),im ersten Beruf Schneider, lernte seine spätere Frau Alla 1994 bei einem Turnier in Russland kennen. Die 27-jährige Moskoviterin, diplomierte Designerin, und ihr Partner avancierten zu russischen Meistern und World-Cup-Siegern, kehrten 2002 nach Deutschland zurück und setzten ihre Profi-Laufbahn mit dem DM-Titel und Rang vier bei der Weltmeisterschaft fort.

Die Verbindungen Waldschmidts zu Bastert machte sich die TSG nun zu Nutze. Mit Hilfe von Hauptsponsor Wachsmuth & Co. gelang es, das Tanz-Duo aus Düsseldorf einmal pro Woche als Techniktrainer zu verpflichten. "Es ist auch für uns Neuland, denn wir haben noch nie mit einer Formation gearbeitet", sieht Dirk Bastert einer spannenden Aufgabe entgegen. Die ersten Eindrücke sind positiv: "Da ist viel Potenzial vorhanden." Das Einstudieren und die Harmonisierung der Schritte, Bewegungen und der Synchronität wird die Hauptaufgabe sein, damit zum ersten Regionalligaturnier im Januar alles perfekt sitzt.

Viel Arbeit steht bevor, denn die A-Formation ist mit der dieses Jahres kaum zu vergleichen. Fünf Damen und drei Herren schieden aus.

Während der weibliche Part ausschließlich durch Talente aus der in die Oberliga aufgestiegenen B-Mannschaft ersetzt wurde, rekrutieren sich die drei neuen Tänzer von auswärtigen Vereinen. Stärkster Neuzugang ist der ehemalige Bundesligatänzer Marcel Kortboyer (Wesel).

"Colours" heißt das neue Programm

"Colours" - Farben - heißt die im Detail noch geheime neue Choreographie, deren Geheimnisse am 17. Januar bei der Feier zum zehnjährigen TSG-Bestehen gelüftet werden. "Farben werden sich wie roter Faden durch das Programm ziehen. Es wird eine moderne Collage, die den Geschmack der jugendlichen Tänzer, aber auch des meist älteren Preisgerichts treffen soll", verrät Waldschmidt. Ob "Colours" zum Selbstläufer avanciert, können auch die "Macher" nicht prophezeien, doch lässt die TSG nichts unversucht, um alle Weichen zu stellen. Denn kein Geringerer als Lateintanz-Weltmeister Oliver Wessel-Therhorn ist zusammen mit Waldschmidt für die neue Choreographie verantwortlich (WR berichtete exklusiv). Wessel-Therhorn wird am Dienstag zum Training in Lüdenscheid erwartet.

Belastung oder Bonus ? So recht weiß bei der TSG keiner eine Antwort auf diese Frage. Zweiter Vorsitzender Hans-Jürgen Berndt: "Das kann erst die Saison zeigen. Wir als Vereinsverantwortliche sorgen zumindest für optimale Rahmenbedingungen. Jetzt liegt es an den Trainern und Tänzern. Eine Garantie für den Aufstieg kann es nicht sein."

Mit welch professioneller Einstellung die TSG den Aufstiegstraum ins Visier nimmt, beweisen auch die Tatsachen, dass drei- bis viermal pro Woche trainiert, noch in diesem Monat ein erstes Trainingslager in Schloss Ehringerfeld bezogen wird und mit Ralf Rubner (Lüdenscheid) ein eigener Physiotherapeut jedes Wehwehchen prompt behandelt.

Von Lutz Großmann


Westfälische Rundschau, 10.10.2003