26.05.2003 Lateinformation um Erfolg gebracht

Lateinformation um Erfolg gebracht


Die Enttäuschung steht der TSG-Formation
ins Gesicht geschrieben. Die Wertung löste
keinen Jubel aus. (WR-Bild: Großmann)
Da war die Welt noch in Ordnung, denn auf dem Parkett boten die Lüdenscheider eine Glanznummer. (WR-Bild: lgr)

Als die sieben Preisrichter die Kärtchen mit ihrer persönlichen Platzierung in die Höhe reckten, da neigten sich die Köpfe bei der Lateinformation der TSG Lüdenscheid nach unten. Buhrufe aus dem TSG-Fanblock mischten sich unter die Stimmen, wenig später verwischten kullernde Tränen die Schminke, und der Blick von Trainer Bernd Waldschmidt flüchtete ins Leere.

Es waren Szenen der ersten riesigen Enttäuschung, den Aufstieg in die 2. Bundesliga und damit die Krönung einer großartigen Saison verpasst zu haben.

 

Beim Finalturnier der sechs besten Regionalliga-Formationen aus den drei Landesverbänden Nord, West und Süd am Samstag in der Niederrheinhalle in Wesel belegte die TSG Lüdenscheid den vierten Platz und hat damit keine Chance mehr, den Sprung in die 2. Liga zu schaffen. Dies gelang dem TSC Rot-Gold Casino Nürnberg, der mit seiner ex-travaganten Choreographie "Moulin Rouge" die Herzen der meisten Zuschauer er-oberte und das Finale der besten fünf von sechs Vorrunden-Formationen als verdienter Sieger abschloss.

Neben Nürnberg stieg als Turnierzweite die TSG Bremerhaven B auf. Der TSG Backnang blieb vor der TSG Lüdenscheid (4.) und dem TSC Salier Köln (5.) Platz drei. Vorzeitig ausgeschieden war TSA im SC Weyhe.

Die TSG, die als Neuling die Regionalliga West beherrscht und sich souverän für Wesel qualifiziert hatte, begeisterte im Finale mit ihrer Perfomance von "Classic 2 000" die fast 100 mitgereisten Fans und andere Zuseher. Die Tatsache, dass die Bergstädter in der Entscheidung als erste Formation aufs Parkett mussten und ihr Auftritt durch Werbeaktionen hin-ausgezögert wurde, erwies sich auf den ersten Blick zwar nicht als Nachteil, denn die Mannschaft überzeugte. Aber die Wertungsrichter ließen sich bei ihrer Benotung Spielraum. Vier dritte Plätze, jeweils ein zweiter, vierter und fünfter Rang - mit dieser Bilanz war der Aufstieg passé.

Hatte Waldschmidt Süd-Sieger Nürnberg vorne und den Zweikampf zwischen seiner Mannschaft und dem Süd-Zweiten Backnang erwartet, so übte der Hagener Ex-Bundesliga-Trainer dennoch Kritik an der Gesamtwertung: "Bremerhaven hat beim zweiten Durchgang Fehler gemacht. Dagegen hat mein Team die beste Saisonleistung gezeigt. Ich kann die Platzierung nicht nachvollziehen." Dennoch schob der Trainer nicht alles auf die Randerscheinungen: "Wenn wir so gut wie Nürnberg getanzt hätten, müssten wir jetzt nicht jammern."

Die TSG-B-Formation schaffte dagegen gestern die Sensation, denn in Borken gelang als Dritter der Aufstieg in die Oberliga West 2.

(weiterer Bericht auf Seite 6)

Aus Wesel berichtet Lutz Großmann


Westfälische Rundschau, 26.05.2003