27.01.2003 TSG kämpfte für verletzte Silvia Schnauber

TSG kämpfte für verletzte Silvia Schnauber


Die Freude bei der TSG in Dorsten
war groß, der zweite Platz eine gute Basis für die nächsten Turniere.
(WR-Bild: Stange)

Das Reglement und ein großes Kämpferherz bewahrten die Lateinformation der TSG Lüdenscheid beim Regionalliga-Auftaktturnier am Sonntag in Dorsten vor einem bösen Erwachen. Angesichts der widrigen Umstände musste der zweite Platz hinter dem TSC Salier Köln als großer Erfolg bezeichnet werden.

Trainer Bernd Waldschmidt sprach sogar von einem "genialen Auftakt", der allerdings zunächst in Frage stand. Verlor die TSG bereits vor einigen Wochen eine Stammposition durch einen Bänderriss, so verletzte sich bei der Stellprobe am Sonntag mit Silvia Schnauer ausgerechnet die weibliche Nummer eins des Teams.

 

Der Physiotherapeut brachte die Tänzerin zwar bis zur Vorrunde wieder auf die Beine, doch eineinhalb Minuten nach Programmbeginn folgte der Schock: Schnauber konnte vor Schmerzen nicht mehr weitertanzen, Waldschmidt ("So etwas ist mir in 15 Jahren noch nicht passiert") musste sie vom Parkett führen. Der Rest der Mannschaft tanzte das Programm "Classic 2 000" aber bravourös zu Ende und profitierte vom Reglement, das in der Vorrunde ein Weitertanzen auch in geringerer Teamstärke erlaubt. Weil die TSG-Formation in Ausdruck, Präsentation und Musikalität überzeugte, qualifizierte sie sich trotz der Punktabzüge in der Synchronität für das große Finale der besten fünf.

Glück für die Lüdenscheider: Mit Natalie Dönninghaus saß eine ehemalige TSG-Tänzerin als Fan auf der Tribüne der Petrinumhalle. In Windeseile wurde sie auf das Finale vorbereitet, und dies sollte sich auszahlen: Die TSG tanzte zwar nicht optimal, doch leisteten sich auch alle anderen Finalisten Schwächen. Der zweite Platz hinter Köln entsprach daher den Leistungen.

Diese Position nährt die TSG-Hoffnung, sich als Erster oder Zweiter für die Aufstiegsrunde zur 2. Liga zu qualifizieren. "Das ist und bleibt unser Ziel", so Waldschmidt, der beim nächsten Turnier am 16. März vor eigenem Publikum in der BGL-Halle mehr erwartet: "Die Mannschaft hat noch erhebliche Reserven."

Erstes Lateinturnier in Dorsten:

1. TSC Salier Köln A 11231 2. TSG Lüdenscheid A 22124 3. TSG Erkelenz A 43315 4. TTH Dorsten B 34543 5. GG TTC Herford A 55452 6. TSC Moers A 66778 7. TSZ im GSV Langenfeld A 88667 8. TSZ Aachen C 77886

Von Lutz Großmann


Westfälische Rundschau, 27.01.2003